Mailcow vs Mail-in-a-box

Mailcow Admin-Interface

Mailcow hat bei mir gewonnen und wird künftig meine Mails managen.

Das jetzt nur als Info vorab, weil ich es hasse, wenn Seiten mit Clickbait arbeiten und ich dann ewig lange Texte lesen muss, bis eine im Titel gemachte Aussage bzw eine Frage endlich beantwortet wird. Jetzt aber ein wenig mehr ins Detail:

Ich interessiere mich schon länger dafür, meinen eigenen kleinen Mailserver zu betreiben. Sicherlich werden nun einige die Hände über den Kopf zusammenschlagen und verkünden, dass das nicht so einfach ist, man eine ganze Menge beachten muss und man genau so viel falsch machen kann. Japp.. alles richtig. Hat mich aber jetzt trotzdem nicht davon abgehalten, es einfach zu versuchen 🙂

Mein Glück war nun, dass es fertige Systeme mit guter Reputation gibt, die man sehr einfach auf einem VPS installieren kann und die im Prinzip alles mitbringen und sich auch um Sicherheit kümmern. Drei dieser Systeme, die immer wieder genannt wurden, waren nun Mail-in-a-box, Mailcow und iRedmail.

Da iRedmail ein Lizenzsystem nutzt und hier das „Easy“ genannte Paket schon bei 49 USD im Monat liegt, war es für mich direkt uninteressant. Dies soll keine Wertung sein. Vielleicht ist iRedmail das tollste System von allen und den beiden anderen vollkommen überlegen. Aber mir gefällt die Idee dahinter mit ihrem Lizenzmodell einfach nicht. Zudem sind die kostenlosen Varianten meist stark beschnitten oftmals mehr Köder, denn tatsächlich nutzbare kostenlose Alternative. Wenn ihr kein Problem mit so etwas habt, schaut es euch aber gerne mal an.

Damit das Ganze hier jetzt nicht den Rahmen sprengt, gehe ich an der Stelle mal nicht detailliert auf beide Systeme ein. Mailcow stelle ich stattdessen einfach in einem eigenen neuen Blogpost vor. Ich möchte daher hier nur die Unterschiede nennen und wieso es für mich letztenendes Mailcow wurde.

Mailcow:

Mailcow Admin-Interface

+ läuft sehr zuverlässig und ich hatte keinerlei Probleme

+ ist in wenigen Minuten aufgesetzt und grundlegend eingerichtet

+ sehr viele Konfigurationsmöglichkeiten, insbesondere was den Spamschutz betrifft

+ Quarantänefunktion

+ EAS/Active Sync mit an Board, dadurch können auf mobilen Geräten Mail, Kontakte und Kalender mit einem einzigen Konto hinzugefügt werden, statt IMAP für Mails, CardDAV für Kontakte und CalDAV für Kalender.

+/- (neutral) Läuft in einem Docker-Container (ich werte dies als neutral, da Docker für den einen Nutzer toll sind, weil sie von Haus alles mitbringen und einfach zu nutzen sind – für den anderen Nutzer aber vielleicht zu viel Arbeit abnehmen und man einfach wenig selbst machen kann, da alles vorgefertigt ist). Bitte entscheidet selbst, ob Docker Pro oder Kontra für euch ist.

  • der Server muss zusätzlich entsprechend abgesichert werden (fail2ban, SSH ohne Passwort, etc)

 

Mail-in-a-box

Mail-in-a-box control_panel
Quelle: https://mailinabox.email

 

+ die eigentliche Installation auf dem Server ist einfach bewerkstelligt

+ läuft stabil und zuverlässig

+ kümmert sich um die Sicherheit des gesamten Servers

+/- verwendet den gesamten Server, wodurch auf diesem sonst kein Dienst laufen kann (auch hier werte ich neutral, da dies für den einen oder anderen ein Problem sein könnte. Für mich selbst ist es keins, da ich den kleinen VPS ohnehin nur als Mailserver verwende)

– weniger Einstellungsmöglichkeiten

– wenig Möglichkeiten der Anpassung des Spamschutz

– für alles gibt es eigene Module (Roundcube für Mails, während die Kontakte aber über Nextcloud laufen, usw)

– DNS-Einstellungen waren etwas „frickelig“, da MIAB einen eigenen Nameserver mitbringt und alles selbst verwalten möchte.

Nachdem ich nun zunächst Mailcow getestet hatte, bin ich nach etwas über einem Monat zu Mail-in-a-box. Ich hatte also jeweils über einen Monat Zeit, das jeweilige System zu testen. Ich muss sagen, dass es eigentlich ein knapper Sieg war. Installation war bei beiden sehr einfach. Lediglich die DNS-Einstellungen waren bei MIAB etwas aufwändiger, da dieses einen eigenen Nameserver mitbringt. Nachdem dies aber eingerichtet war, gab es diesbezüglich keine Probleme mehr.

Mir gefällt Mailcow aber dennoch etwas besser, da ich schon das Gefühl hatte, alles kommt aus einem Guss. Ich habe nicht verschiedene Lösungen für verschiedene Dinge, wie bei MIAB. Zudem habe ich mehr Kontrolle über die Spamfilter und kann eigene Regeln definieren, die Quarantäne nutzen und verschiedene Faktoren selbst gewichten. Das soll nicht bedeuten, dass die Filter in MIAB nicht gut sind. Es lief dort auch alles. Aber eben mit weniger Kontrolle, was vielleicht auch einfach Kopfsache ist.

Mailcow Spamfilter GUI

Ergänzung: Bei Mailcow sind es streng genommen sogar mehrere Docker-Container, da die einzelne Module eigenständig laufen. Wenn ich mich recht erinnere, sind es 6 Container.

Über Boris Schäfer 12 Artikel
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